Teatasterin – kein Lehrberuf im klassischen Sinne
Immer wieder werde ich gefragt, ob das, was ich da mache, erlernbar ist, ein Lehrberuf ist. Kurz gesagt – ein Lehrberuf im klassischen Sinne ist es nicht, so mit zwei Jahren Lehrzeit und begleitender Berufsschule. Eher ist es Zufall, oder soll man sagen Schicksal oder gar Bestimmung, dass einem den Einstieg in diesen wundervollen Beruf ermöglicht.
Weil – Teataster ist alles andere als nur ein Job, sondern es ist wirklich ein Beruf, denn – es lebe der kleine Unterschied – in diesem Wort steckt auch Berufung drin. Und eine gewisse Berufung gehört eben dazu, Talent, Geruchs- und Geschmackssinn und natürlich jede Menge Enthusiasmus. Und wie gesagt, ein Quäntchen Glück braucht man auch, denn das teeproduzierende Gewerbe ist nicht gerade ein riesiger Industriezweig, und dann auch noch ein Unternehmen zu finden, das bereit ist, ungefähr 5 bis 10 Jahre in die Ausbildung eines Nachwuchs-Teatasters zu stecken, so etwas kann man nicht planen. Deshalb sind auch die meisten Teataster, die ich kenne, über Umwege zu diesem Beruf gekommen. Der Einstieg läuft dabei oft über die kaufmännische Schiene oder über den Bereich der Qualitätssicherung, wie bei mir persönlich, denn schließlich hat der Teataster auch eine entscheidende Funktion im Bereich des Einkaufs. Da gehört außer einem guten Geschmackssinn eben noch mehr dazu, kalkulatorisches Rechnen, Verhandlungsgeschick, Wissen um die Ware, um Qualitäten, das Aussehen, eben alles, was die spätere Qualität des Tees ausmacht. Ein erfolgreicher Teataster muss das alles mitbringen.
Teataster sind, von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, natürlich auch noch in anderen Bereichen tätig, sei es im Marketing, im Verkauf oder wie bereits erwähnt im Einkauf. Es ist also nicht so, dass wir nur schlürfend und schmatzend im stillen Kämmerlein an neuen Kreationen sitzen oder bestehende Blends auf Qualität überprüfen, sondern Teataster sind Menschen, die täglich dazulernen und sich weltoffen durch das Universum des Tees reisen müssen. Spannend ist es allemal.